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Geologischer Bau

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D ie Bezeichnung Erzgebirge wird im geologisch-morphologischen 1 Sinne für den Mittelgebirgsraum im sächsisch-böhmischen Grenzgebiet gebraucht.

I m Erzgebirge wechseln Hochflächen aus Gneis und Glimmerschiefer, auf denen markante Basaltberge und Granitfelsen aufsitzen, mit tiefen Tälern.

Blick auf den Pöhlberg Hirtstein

D en Zusammenhang zwischen der Erdgeschichte und der jetzigen Landschaftsform können Sie am besten verstehen, wenn Sie sich unser Gebiet als einheitliche Erdkrustenscholle vorstellen. Unser Gebiet war während der ersten drei Formationen des Erdaltertums (Kambrium, Silur, Devon) vom Meer überflutet. Im Laufe von 450 Millionen Jahren lagerten sich auf dem Meeresboden feinsandig-tonige Sedimente mit einer Mächtigkeit von über 1000 Metern ab. Während der varistischen Gebirgsbildung wurden diese Schichten gefaltet. Dadurch entstand Gneis, ein aus Feldspat, Quarz und Glimmer zusammengesetztes metamorphes Gestein.
Man spricht im wesentlichen davon, dass das Erzgebirge aus metamorphen Gesteinen 2 aufgebaut ist.

D abei unterscheiden wir Gneis- und Glimmerschieferschichten. Durchsetzt werden diese Metamorphite von magmatischen Gesteinen z. B. Granite (saure Magmatite), Basalte, Rhyolithe. Infolge tektonischer Bewegungen kam es zum Aufreißen des Gneises. In die dadurch entstandenen Klüfte und Spalten drangen vor 350 bis 250 Millionen Jahren in mehreren Schüben glutflüssige granitische Schmelzen ein. Die Granitintrusionen 3 brachten heiße wässrige metallhaltige Lösungen (sog. Pneumatolyte und Hydrothermen) empor, die sich im Dachbereich der Granite und in den Klüften und Spalten im Gneis absetzten und durch Abkühlung zu Mineralien kristallisierten. Diese mineralführenden Spalten werden Gänge genannt und, wenn die Minerale für den Menschen nutzbar sind, als Erzgänge bezeichnet.

D urch Pressungserscheinungen kam es zu kuppelartigen Aufwölbungen und zur Ausbildung von Spaltzonen. Die bedeutendsten dieser Struktur sind als Freiberger, Annaberger und Marienberger Gneiskuppel bekannt. Sie sind gleichzeitig die Gebiete, in denen gehäuft Erzgänge auftreten. Das Hauptgestein ist ein fein- bis mittelkörniger Zweiglimmergneis, der früher auch als Graugneis bezeichnet worden ist.


Erläuterungen:

1

Geomorphologie = das Teilgebiet der Geographie, welches die Formen der Erdoberfläche und deren Entstehung beschreibt und erforscht

2

metamorphes Gestein = Umwandlung eines Gesteins in ein anderes metamorphes Gestein, hervorgerufen durch Temperatur- und Druckerhöhung; im allgemeinen geschieht das in den tieferen Bereichen der Erdkruste

3

Intrusion = eindringen magmatischer Massen in die Erdkruste auf die Erdoberfläche

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